An Bahnübergängen begegnen sich unterschiedliche Verkehrsträger, sodass zum Schutz aller Beteiligten klare Regeln essenziell sind. Schienenfahrzeuge haben stets Vorrang, erkennbar am Andreaskreuz. Je nach Verkehrsaufkommen kommen unterschiedliche Sicherungsmaßnahmen zum Einsatz. Nichttechnisch gesicherte Bahnübergänge setzen auf Übersicht, reduzierte Geschwindigkeit von Bahn- und Kraftverkehr oder akustische Signale der Züge. Letztere verursachen jedoch eine hohe Lärmbelastung und mindern die Akzeptanz. Konventionelle technische Sicherungen werden aufgrund hoher Kosten häufig nicht in Betracht gezogen.
Im Projekt ATTRACTIVE wurde ein neuer kostengünstiger technologischer Ansatz entwickelt, um die Wirksamkeit einer zusätzlichen technischen Unterstützung an nichttechnisch gesicherten Bahnübergängen zu untersuchen. Ziel ist es, bei Eintreffen eines Zuges die Aufmerksamkeit der Straßenverkehrsteilnehmenden gezielt auf den Bahnübergang zu lenken und die gesetzliche Vorrangregelung visuell zu unterstützen. Kern des Ansatzes ist eine mobile Ampel vor dem Bahnübergang, die automatisiert über einen zugseitig angesteuerten Transponder aktiviert wird. Die technische Umsetzbarkeit wurde gemeinsam mit den Projektpartner in Traundorf (Gemeinde Siegsdorf) an der Strecke Traunstein–Ruhpolding erfolgreich demonstriert.